Zwei Jahre Außensprechstunde beim Blauen Kreuz

Linda Barth berät in der Sprechstunde des Blauen Kreuzes

„Wir freuen uns seit nunmehr zwei Jahren eine Außensprechstunde in Deisenhofen anbieten zu können“, meinte Linda Barth, die als Sozialpädagogin beim Blauen Kreuz Menschen unterstützt, die sich zum Thema Abhängigkeit und Sucht, ob nun in Zusammenhang mit Alkohol, Medikamenten oder auch Glücksspiel und exzessivem Medienkonsum beraten lassen wollen.

Da der Landkreis weitläufig ist und es häufig um Querverbindungen schlecht bestellt ist, ist die Außensprechstunde eine gute zusätzliche Möglichkeit sich leichter Hilfe zu holen.

Das Blaue Kreuz bietet im Landkreis seit 2003 in Ottobrunn, seit Oktober 2015 in Sauerlach und seit zwei Jahren in Oberhaching Beratung. Im Clubraum des Pfarrheims von St. Bartholomäus, nur wenige Minuten von der S-Bahn-Haltestelle Deisenhofen entfernt, findet an jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat von 9 bis 12 Uhr eine Sprechstunde für Suchtkranke und Suchtgefährdete statt. Auch Angehörige oder Freunde, die in Sorge um einen Verwandten oder Freund sind, werden gerne beraten. „Natürlich richtet sich unser Angebot an alle Menschen, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Nationalität.“

Eine Anmeldung ist möglich unter Tel. 089/66 59 35 60 oder per E-Mail suchtberatung.ottobrunn@blaues-kreuz.de (zwischen 9 und 10 Uhr ist keine Anmeldung erforderlich), weitere Informationen gibt es im Internet unter www.muenchen.blaues-kreuz.de.

Das Blaue Kreuz als psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle bietet professionelle Hilfe zum Thema Sucht und bereits bei der Entstehung von Abhängigkeiten. „Es ist gut, wenn Menschen frühzeitig erste Schritte unternehmen sich Hilfe zu suchen.“ In den letzten Jahren ist der Konsum von Suchtmitteln, ob stoffgebunden wie bei Alkohol und Medikamenten, oder stoffungebunden, wie bei Glückspiel oder Mediensucht, deutlich gestiegen. Auch Eltern, die sich Sorgen machen, dass das Kind zu viele Medien konsumiert, können sich hier Rat holen.

„Es ist besonders wichtig Sucht und Abhängigkeit endlich als Krankheiten anzuerkennen und die Menschen nicht zu stigmatisieren“, betonte Barth. „Oft beginnt eine Abhängigkeit, weil Menschen zu Beginn über Stress in schwierigen Lebenssituationen, sei es eine Trennung oder der Verlust des Arbeitsplatzes, hinweg kommen möchten, doch es gibt andere Möglichkeiten mit Ängsten und Einsamkeit umzugehen.“ So bemüht sie sich mit ihrem Team ganz individuell herauszufinden, wo bei jedem Einzelnen der Schuh drückt und entsprechend zu unterstützen.

Neben der Beratung gibt es Angebote wie Therapievermittlung, Nachsorge oder die ambulante Therapiegruppe in Ottobrunn. Alle Beratungsmöglichkeiten sind kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht. „Unser Ziel ist es, die Lebensqualität unserer Klienten zu verbessern, indem wir gemeinsam nach Lösungen für ihre Probleme suchen.“

 

Text und Foto: Birgit Davies

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