Bürgerversammlung: Parkplatznot im Fokus

Großes Interesse für die Bürgerversammlung

Immer häufiger müssen Oberhachinger, die am P&R-Parkplatz am S-Bahnhof Deisenhofen ihren Wagen abstellen wollen, mehrere Runden drehen, um einen Platz zu finden oder sich ins Halteverbot stellen, da schlicht alle Plätze voll sind. Rund 40 Strafzettel verteilt die Kommunale Verkehrsüberwachung jede Woche.

Bei der Bürgerversammlung im Forstner Saal sorgte das jetzt für Unmut. Wie Bürgermeister Stefan Schelle den rund 250 Oberhachingern berichtete, arbeitet die Gemeinde derzeit an einem Verkehrskonzept, das auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Denn es stehen Veränderungen ins Haus. Die Busverbindungen ins Umland bis nach Wolfratshausen werden erweitert, was den Ausbau der Bushaltestellen am S-Bahnhof Deisenhofen nötig macht. Die Tarifreform des MVV steht an und die Radschnellwegverbindung von Sauerlach nach München wird gebaut, weshalb mehr Abstellplätze für Fahrräder errichtet werden müssen. Außerdem muss der zusätzliche Verkehr nach dem Bau der Realschule und FOS direkt gegenüber dem Bahnhof berücksichtigt werden. „Es gibt Überlegungen die Parkplätze zu bewirtschaften“, erklärte Schelle.

Michael Eichlinger schlug vor auf einer Wiese an der Sauerlacher Straße Ecke Vogelherdweg temporär einen Parkplatz zu errichten bis der Bau der Schulen beginnt. Schelle versprach, dass diese Idee gerne aufgenommen und vom Gemeinderat behandelt wird, dämpfte aber die Erwartungen, da das Areal noch einige Zeit von der Geothermie als Lager genutzt wird. Eichlinger berichtete auch, dass die Sauerlacher Straße auf Höhe des Stellwerks einseitig zugeparkt wird, so dass der Verkehr nicht mehr fließen kann. Dazu sagte der Bürgermeister, dass dies bekannt sei und es Überlegungen gibt dort Halteverbotsschilder aufzustellen.

Nach Meinung von Gerd Gartz sind die vorhandenen Halteverbotsschilder im Bereich des S-Bahnhofs nicht ordnungsgemäß. „Ich werde juristische Schritte einleiten, denn die Situation ist für die Autofahrer nicht klar, wo man parken darf und wo nicht.“

Intensiv diskutiert wurden die Pläne der Gemeinde mittelfristig den Belag am Kirchplatz zu erneuern. Wie Oberhachinger Helge Noae, der als Architekt den Kirchplatz in den 90er Jahren gestaltet hat, betonte, schafft das Pflaster aus Granitplatten eine dörfliche lebendige Atmosphäre, die erhalten bleiben sollte. Dazu meinte eine Bürgerin, dass der Belag „das Gegenteil von Lebendigkeit bewirkt“, da zahlreiche Menschen sich nicht sicher bewegen können. „Als Radfahrer holst du dir eine Gehirnerschütterung“, sagte sie zum Applaus der Zuhörer.

Dem hielt eine andere Bürgerin entgegen, dass der Platz „ein kleines Stück Italien“ sei und am Abend am besten für den Verkehr abgesperrt werden sollte, um dort gemütliches Straßenleben entfalten zu können. Schelle antwortete, dass Gewerbetreibende dies angeregt haben. Zunächst sollte man nach seiner Meinung aber erste Planungen abwarten, um mit den nötigen Grundlagen in eine Diskussion einstiegen zu können. „Das Projekt wurde sowieso vom Gemeinderat verschoben, derzeit sind nicht einmal Planungen in Auftrag gegeben.“

Weiter berichtete Schelle, dass der Bau des Einheimischen-Projekts an der Kyberg Straße fast abgeschlossen ist. Im Dezember kann die Nachbarschaftshilfe in ihre Räumlichkeiten im Obergeschoss von Haus 1 einziehen ebenso wie die ersten Bewohner der Demenz-WG im Erdgeschoss. Auf Nachfrage, ob es noch Plätze in der WG gäbe, berichtete Vlasta Beck, die als Mitarbeiterin der MARO Genossenschaft die Organisation der WG übernimmt, dass Interessenten sich gerne bei ihr melden können.

Die weiteren drei Häuser mit 36 Mietwohnungen zu vergünstigten Preisen für Einheimische können im Frühling bezogen werden. Die Wohnungen sind bereits alle vergeben. Es gab nach Angaben Schelles 112 Bewerbungen.

 

Text und Foto: Birgit Davies

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