Schulcampus am Deisenhofener Bahnhof

Schulcampus am Bahnhof

Die nötige Grundsatzentscheidung für einen Schulcampus am Deisenhofener Bahnhof mit FOS und Realschule ist am Montag, 25. September, im Kreistag gefallen. Einstimmig hat sich das Gremium für den Standort Oberhaching entschieden.

Ein wichtiger Aspekt hierbei war, dass die nötigen Grundstücke in Oberhaching zur Verfügung stehen und parallel in absehbarer Zeit ein weiteres Gymnasium im Münchner Süden nötig wird, wofür sich Sauerlach, das sich ursprünglich ebenfalls für den Schulcampus beworben hatte, als optimaler Standort anbieten würde.

Das Projekt steht noch ganz am Anfang. Der Landkreis wird nun zunächst alle nötigen Anträge bei der Regierung von Oberbayern einreichen, die Genehmigung erteilt dann der Freistaat, und bearbeitet wird das Projekt anschließend von Kultus- und Finanzministerium.

Am 15. November findet eine Sitzung des Zweckverbands Staatliche weiterführende Schulen statt, bei der die Mitglieder überlegen, ob der Zweckverband Träger der neuen Schulen werden wird. Bei einer positiven Entscheidung wären alle weiterführenden Schulen dann unter einem Dach. Es wären jedoch Satzungsänderungen nötig sowie eine Prüfung, ob Straßlach-Dingharting Mitglied des Zweckverbands werden soll. Anschließend würden sich alle Mitgliedsgemeinden mit dem Thema befassen. Da das Projekt in Oberhaching beheimatet ist, liegt die Planungshoheit bei der Gemeinde, und es kann der Auftakt für eine umfassende Planung starten, zu der unter anderem ein städtebauliches Konzept erarbeitet werden muss. Es folgen externe Gutachten und fachliche Begleitung, um ein optimales Ergebnis bezüglich des ruhenden und fließenden Verkehrs, der Busanbindungen sowie auch des Grünzugs in Richtung Wald, der erhalten bleiben wird, zu bekommen. Alle diese Punkte werden in einem öffentlichen Planverfahren in intensiven Gesprächen mit den Bürgern erörtert.

Im Frühjahr nächsten Jahres steht dann eine sogenannte Probeeinschreibung für die FOS an, bei der sich die anzunehmende Zahl der zukünftigen Schüler herausstellen wird. Dies ist entscheidend für die weiteren Planungen der Schulgebäude. Zudem wird der Landkreis relativ zeitnah Vorläuferklassen für die FOS in Containern unterbringen, wobei der Standort noch nicht geklärt ist. Auf diese Weise soll der Schulbetrieb bereits 2019/2020 starten. Vorläuferklassen für die geplante Realschule werden in anderen Schulen untergebracht. Der Schulcampus als gemeinsamer Bau von zwei Schulen hat viele finanzielle Vorteile, wie zum Beispiel die gemeinsame Erstellung der Planung, Nutzung der Turnhalle und Mensa oder das offene Ganztagesangebot.

Die Kosten für die FOS einschließlich des Grunderwerbs, Baus und Unterhalts liegen vollständig beim Landkreis. Bezüglich der Realschule liegen die Kosten für das Grundstück bei der Gemeinde. Bei den Baukosten gibt der Freistaat einen Zuschuss und 70 Prozent der förderfähigen Baukosten sind beim Landkreis. Die restlichen 30 Prozent förderfähiger Baukosten werden auf die Mitglieder des Zweckverbands verteilt, je nach Schülerzahl. Eine seriöse Schätzung ist derzeit noch nicht möglich.

Damit kann die Gemeinde mittelfristig rund 200 Oberhachinger Realschülern sowie FOS-Schülern den Schulbesuch in der eigenen Heimatgemeinde ermöglichen, wo ihr Lebensmittelpunkt mit Freunden und Hobbys ist. Zudem beheimatet Oberhaching damit alle Schultypen.

Wann konkret der Bau beginnt, ist jetzt noch nicht abzusehen. Wenn alles gut läuft, benötigen die Planungen rund drei Jahre.

Text und Foto: Birgit Davies
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