Parkprobleme am S-Bahnhof

Parkprobleme am S-Bahnhof

Bereits heute platzt der P&R-Parkplatz am S-Bahnhof Deisenhofen aus allen Nähten, selbst Abstellplätze für Fahrräder sind zu Stoßzeiten Mangelware.

Und in den nächsten Jahren kann damit gerechnet werden, dass der Bahnhof weiter an Attraktivität gewinnt, nicht nur weil direkt gegenüber der Schulcampus mit FOS/BOS und Realschule geplant wird und damit zahlreiche Schüler mit der S-Bahn, Bussen oder auch dem eigenen Pkw kommen werden. Zudem baut der Landkreis den Zug- und Busverkehr weiter aus, um möglichst viele Menschen zu einem Umstieg vom Auto auf den ÖPNV zu bewegen. Auch die derzeit angestrebte Tarifreform des MVV könnte, je nach den zukünftigen Tarifgrenzen, Auswirkungen auf den Bahnhof haben.

Um diese Entwicklungen frühzeitig in den Griff zu bekommen, beschäftigt sich die Gemeinde schon heute mit möglichen Maßnahmen, um den Zuwachsprognosen nachhaltig und tragfähig begegnen zu können. Wie jetzt von Seiten der Verwaltung den Mitgliedern des Umwelt- und Verkehrsausschusses berichtet wurde, zeigt sich nach einer Mobilfunkdaten-Analyse, die in Auftrag gegeben wurde, dass derzeit insgesamt rund 6.100 Personen den Bahnhof zum Ein-, Aus- und Umsteigen nutzen. Davon kommen 66 Prozent zu Fuß, 15 Prozent mit dem Bus, 11 Prozent mit dem Rad und 9 Prozent mit dem Auto. Nach einer aktuellen Bedarfsanalyse des MVV würde man am Bahnhof zusätzlich 80 Stellplätze für Autos und 100 Abstellplätze für Fahrräder benötigen.

Erste Ideen für eine Neuordnung der Mobilität beziehen sich auf eine Erweiterung der Bushaltestellen am Bahnhof, da zusätzliche Linienbusse und auch zeitlich engere Taktung der bestehenden Linien mehr Platz für die Fahrzeuge benötigen würden. Um die Zahl der Fahrradpendler weiter zu erhöhen, was von Seiten der Mitglieder des Ausschusses einhellig befürwortet wird, sollten weitere überdachte Stellplätze geschaffen werden. Auch der geplante Radschnellweg von Holzkirchen bis nach München könnte nach seiner Fertigstellung für eine stärkere Frequentierung der Radabstellplätze führen.

Ein „autogerechter Bahnhof“ steht auf keinen Fall auf der Agenda. Stattdessen soll eine konsequente Parkraumüberwachung „wildes“ Parken unterbinden. Ebenso steht eine Bewirtschaftung der Parkplätze, sprich kostenpflichtige Parkmöglichkeiten, zur Debatte.

Text und Foto: Birgit Davies
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