Es grünt und blüht im Feldgarten

Voller Erfolg für das Feldgarten-Projekt

Rote und gelbe Tomaten, sonnengewärmte Gurken, rote Bete, frische Salate und dazwischen farbenprächtige Blumen erfreuen derzeit nicht nur die Hobbygärtner im Feldgarten im Oberhachinger Gewerbegebiet, sondern auch Spaziergänger und Mitarbeiter der ansässigen Firmen, die Mittagspause machen. „Das Projekt ist wirklich gut angelaufen; alle sind ganz begeistert bei der Sache“, freut sich Organisatorin Brigitte Nerl.

Noch im April war auf dem 500 Quadratmeter großen gemeindlichen Grundstück direkt neben der Kindertagesstätte „Am Bajuwarenring“ eine Wiese. Nun blüht und grünt es üppig in den 16 Parzellen, die von über 20 Oberhachinger Feldgärtnern gepflegt werden. Mit von der Partie sind Familien, viele davon mit Kindern, aber auch Singles, die die Entspannung beim Garteln schätzen. „Das ist nicht nur wunderbar für den eigenen Kochtopf, sondern sieht auch schön aus“, meinte Nerl.

Wie sie berichtet, lief die Organisation schon jetzt im ersten Jahr ausgezeichnet. Die Gemeinde stellte zwar das Grundstück zur Verfügung, doch die praktische Umsetzung lag bei den ambitionierten Gärtnern. Jeder zahlte einen Euro pro Quadratmeter, so dass das Projekt zum Selbstkostenpreis laufen kann. Es wurden zwei Wassercontainer angeschafft, die mit Hilfe eines Steigrohrs von einem Hydranten direkt am Grundstück befüllt werden. Am Ende der Vegetationsperiode wird mit der Gemeinde abgerechnet. Mitstreiter Rainer Warmke, der Ehemann von Nerl, hat eine Werkzeugkiste selbst gebaut, wo nötige Gerätschaften wetterfest untergebracht sind. Zudem schützt ein niedriger Weidezaun vor Hunden und ihren Hinterlassenschaften. „Ansonsten bekommen wir manchmal Besuch von Feldmäusen und Hasen, aber das nenne ich immer die Gabe an die Götter“, schmunzelt Nerl. Bisher musste man sich auch nicht mit Diebstahl oder Vandalismus auseinandersetzen.

Besonders freut es sie, dass die Gärtner mittlerweile eine richtige Gemeinschaft bilden, sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen, so dass zum Beispiel auch in der Urlaubszeit für das Gießen gesorgt ist. „Es gibt sogar einen Stammtisch, wo man zusammen fachsimpelt.“

Nachdem die Kinder aus der benachbarten Kita großes Interesse zeigten, führt Nerl hin und wieder kleine Gruppen durch den Feldgarten. „Ich war ganz überrascht, wie viel die Kinder über die Pflanzen wussten und wie begeistert sie waren.“ Natürlich durften die Jüngsten auch ernten und planten schon gemeinsam in der Kita zu kochen.

Im Herbst wird abgeerntet, der Zaun zurückgebaut und das Areal geackert, damit es für das nächste Frühjahr bereit ist. „Natürlich werden wir weitermachen, und für interessierte Neulinge gibt es bereits eine Warteliste.“

Text und Foto: Birgit Davies
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