Stolz auf die neuen Schwimmabzeichen

Die Grundschüler sind stolz auf ihre Schwimmabzeichen

Wie der sprichwörtliche „Fisch im Wasser“ fühlten sich die Drittklässler der Oberhachinger Grundschule und konnten den Start der Sommerferien kaum abwarten, um Eltern und Freunden zu zeigen, wie gut sie jetzt schwimmen können.

Seit Beginn des Schuljahres haben die Kinder aufgeteilt in zwei Gruppen in zweiwöchigem Rhythmus in der Oberhachinger Sportschule Brust- und Rückenschwimmen, Streckentauchen und Kraulen fleißig geübt und waren mit so viel Freude bei der Sache, dass neun Schüler das „Seepferdchen“ und 42 sogar die Schwimmabzeichen in Bronze und in Silber gemacht haben, abgenommen von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).

„Es ist wirklich ein Glück, dass wir ein Schwimmbad gleich in der Nähe haben und die Sportschule uns gestattet, dort zu trainieren“, meinte Martina Feichtbauer, die Lehrerin an der Grundschule und auch aktiv bei der DLRG ist. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Susanne Gerloff betreuten sie die jungen Schwimmer. „Das ist in so großen Gruppen gar nicht so einfach, vor allem weil das Können der Einzelnen sehr unterschiedlich ist.“ Manche bewegen sich bereits sehr sicher im Wasser und beherrschen die Grundschwimmarten, während andere sich kaum über Wasser halten können. Oft betrifft dies Kinder mit Migrationshintergrund, in deren Familien Schwimmen kaum ein Thema ist.

Dabei sollte Schwimmen nach Feichtbauers Meinung schon um der Sicherheit der Kinder willen eine „Basiskompetenz sein wie Lesen und Schreiben“. „Unser Ziel ist es, dass sich die Kinder im Wasser sicher fühlen und ihre eigenen Fähigkeiten vernünftig einschätzen können, damit nicht so leicht etwas passiert“, erklärte sie. Dass die Schwimmfertigkeit nicht mehr selbstverständlich ist, liegt zum Teil auch daran, dass zahlreiche Bäder geschlossen werden, weil sich die Kommunen den kostspieligen Unterhalt oder anstehende Renovierungen nicht leisten können. Zudem sorgen „Spaßbäder“ dafür, dass die Kinder nicht mehr richtig schwimmen, sondern nur noch planschen und auf diese Weise ihre Fähigkeiten und Ausdauer nicht entwickeln. „Eigentlich ist es schon spät, erst in der 3. Klasse Schwimmen zu lernen, das sollte bereits mit fünf oder sechs Jahren geschehen.“

Feichtbauer sieht hier auch die Eltern in der Pflicht, die eine Vorbildfunktion übernehmen. Ebenso ist es nicht einfach, Lehrer für den Unterricht zu gewinnen, da man dabei große Verantwortung für die Sicherheit der Schüler tragen muss. „Das ist nicht selbstverständlich und daher umso schöner, dass wir hier auf ein eingespieltes Team bauen können.“ Jedes Jahr gibt es tragische Unfälle mit Kindern an Seen, Flüssen oder in Bädern. „Ich bin sehr froh, dass ich selbst bisher noch nie einen solchen Unfall miterleben musste.“

Text und Foto: Birgit Davies
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