Jubiläumsfest im Wagnerhaus

Wagnerhaus feiert Jubiläum

Auf den Tag genau am 5. August vor zehn Jahren öffnete das Wagnerhaus erstmals seine Türen für die Öffentlichkeit. Ein guter Grund für eine Jubiläumsfeier, die am Samstag, 5. August, stattfinden wird. Ab 15 Uhr wird zünftig mit Blasmusik gefeiert, es gibt Kaffee und Kuchen, natürlich Führungen durch das historische Bauernhaus und am späteren Nachmittag wird im Garten gegrillt.

„Unser Ansinnen war und ist, den Menschen zu zeigen, wie dörfliches Leben früher ausgesehen hat, und gleichzeitig das alte Bauernhaus mit Leben zu füllen, dort die Möglichkeit zu bieten, Veranstaltungen in schönem Rahmen zu gestalten“, meinte Florian Schelle, Erster Vorstand des Vereins Heimatfreunde Wagnerhaus, der nächstes Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiern wird. Denn das alte Gebäude so herzurichten, wie es sich heute der Öffentlichkeit präsentiert, erforderte einen langen Atem und bedeutete jede Menge Arbeit.

1997 erwarb die Gemeinde Oberhaching dieses letzte am Ort erhaltene Holzhaus, um ein Heimathaus zu gestalten. Der kurz darauf gegründete Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Haus zu betreuen und für eine sinnvolle Nutzung zu sorgen. Anhand einer dendrochronologischen Untersuchung wurde festgestellt, dass Wohnbereich wie auch Stadel im Jahr 1721 erbaut wurden. Damit ist das Gebäude im Landkreis und darüber hinaus ein einzigartig erhaltenes bäuerliches Anwesen und wurde vom Denkmalamt als äußerst erhaltungswürdig eingestuft.

Nach der baulichen Sanierung, bei der das Haus unter anderem ein Fundament und ein neues Dach erhielt, begann die mühsame Kleinarbeit bei der Renovierung der Räume. Viele Schichten von Tapeten und alten Zeitungen mussten von den Wänden gekratzt werden, um das Holz darunter zum Vorschein zu bringen. Besonders stolz sind die Mitglieder des Vereins über die gelungene Einrichtung mit historischen Möbeln des ausgehenden 19. Jahrhunderts sowie einem Kachelofen. Dieser wurde nach alten Kacheln, die man im Haus fand, nachgebaut. Ausgestellt in einer Vitrine ist außerdem ein Katzenskelett, das im Boden unter der Tenne entdeckt wurde. Wahrscheinlich wurde es dort vergraben, um „böse Geister“ vom Haus fern zu halten.

In den Räumen des Obergeschosses entstand in museumsdidaktischer Aufbereitung ein Überblick über die Ortsgeschichte, der auch für Schüler und Kindergartenkinder geeignet ist. Der Tennenraum ist nicht denkmalgeschützt und sein offener Dachstuhl blieb so weit wie möglich erhalten. Es besteht die Möglichkeit, den Raum für gesellige Veranstaltungen wie Vorträge, Jubiläen oder Hochzeiten zu mieten. Von dort geht es direkt zum Heuboden, wo nun historische Werkzeuge von Wagnern und Schreinern entdeckt werden können – ein Highlight vor allem auch für Kinder, die bei den speziellen Führungen für die jeweilige Altersgruppe fasziniert vom Handwerk früherer Zeiten sind.

Text und Foto: Birgit Davies
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