Zusätzliche Räume für die Musikschule

Weitere Räume für die Musikschule

Dringend benötigt die Musikschule Oberhaching weitere Räume, um ihren Schülern Einzel-, Gruppen- oder auch Ensembleunterricht anbieten zu können. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden nun drei zusätzliche Räume genehmigt.

Seit der Gründung der Schule vor fünf Jahren ist sie stetig gewachsen und hat derzeit rund 850 Schüler, die in 150 Unterrichtsstunden pro Woche lernen. Zudem laufen verschiedene Projekte wie „Musikentdecker“ für die Jüngsten an fünf Kindergärten, drei Bandklassen und zwei Trommelklassen „Feel the Beat“ an der Mittel- und Wirtschaftsschule, ein Arbeitskreis Volksmusik an der Grundschule Oberhaching und ein Veeh-Harfen-Kurs an der Grundschule Deisenhofen.

Derzeit sind die Unterrichtsräume an vier verschiedenen Plätzen in der Gemeinde verteilt, was nach Worten von Musikschulleiterin Sabine Schmitt „organisatorisch problematisch ist“. „Wir müssen die Unterrichtsstunden, die zum großen Teil natürlich am Nachmittag stattfinden, mit den Lehrern so koordinieren, dass jeder den Standort hat, wo auch das nötige Zubehör wie zum Beispiel Klavier oder Schlagzeug vorhanden ist“, berichtete sie. Hauptstandort ist im Container des Gymnasiums, wo die Musikschule seit Herbst 2014 ihr Büro sowie zwei Unterrichtsräume und eine Lagermöglichkeit für Instrumente hat. Da die Instrumente nicht beliebig und schnell mal von einem Ort zum anderen transportieren werden können, finden in diesen Räumen auch nur entsprechende Stunden statt, wie „Musikalische Früherziehung“, bei der schwere Orff-Instrumente gebraucht werden.

Nun wird im Container, der für die Klassen des Gymnasiums gedacht ist, ein weiterer Raum frei, den die Musikschule nutzen kann. „Das ist eine echte Erleichterung“, freut sich Schmitt. Die Freude ist aber getrübt, da noch nicht klar ist, wie sich die Umstellung auf das G9 auswirken wird und das Gymnasium den Raum vielleicht wieder braucht.

Des Weiteren gibt es Räume an der Mittelschule und den beiden Grundschulen. „Das ist schlichtweg schwierig, weil kaum Platz für Zubehör wie Notenständer da ist und die Lehrer vor und nach den Stunden Zeit brauchen, um alles wegzuräumen. Diese Zeit fehlt dann, um pünktlich zur nächsten Stunde zu kommen, die vielleicht an einem anderen Standort abgehalten werden muss.“

So sieht sie die beiden zusätzlichen Räume im Keller eines Gebäudes der im Bau befindlichen gemeindlichen Wohnanlage an der Kybergstraße, die die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses außerdem vorgesehen haben, als zweischneidiges Schwert: Zwar bietet sich dadurch die Möglichkeit, zusätzliche Unterrichtsstunden anzubieten, doch gleichzeitig wäre dies der fünfte Standort und würde die Musikschule noch mehr zerreißen. „Die Raumsituation erschwert nicht nur den Lehrern, ein Team zu bilden, sondern ist auch unpraktisch für die Eltern, die ihre Kinder zu verschiedenen Plätzen bringen müssen“, meinte sie.

Ihre Hoffnung ruht darauf, dass die Gemeinde die bereits geplante Musikschule mit allen nötigen Räumen beim alten Hackschnitzelheizwerk möglichst bald in die Tat umsetzen wird. Bisher wurde das Projekt, bei dem auch die VHS, der TSV und das Jugendprojekt A12 eine neue Heimat finden würden, aus finanziellen Gründen nicht realisiert.

Text und Foto: Birgit Davies
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