Kindern eine Zukunft schenken

Kindern eine Zukunft schenken

Besonders freuten sich die Mitglieder und Förderer des Vereins „Azioni Niños Felices“ beim diesjährigen Sommerfest, dass im Februar dieses Jahres ein weiteres Gebäude für das Kinderheim, das der Verein 2011 in der Nähe von Puerto Plata in der Dominikanischen Republik gebaut hat, eröffnet werden konnte.

Seit seiner Gründung 2001 hat sich „Azioni Niños Felices“ auf die Fahne geschrieben, sich um das Wohl bedürftiger Kinder auf der armen Karibikinsel zu kümmern. Da Schulbildung eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft ist, war das erste Projekt des Vereins die Gründung einer Schule 2004 im kleinen Ort San Marco Arriba, wo 70 Kinder die Chance auf einen Schulbesuch haben. „Das ist mittlerweile ein Selbstläufer, wir kümmern uns eigentlich nur noch um den Erhalt des Gebäudes“, meinte Enzo Giardino, Gründer und Erster Vorstand des Vereins. „Es ist toll zu sehen, wie die einstmals kleinen Kinder heute in der Ausbildung stecken oder sogar studieren.“

Als Nächstes gelang es „Azioni Niños Felices“, das Kinderheim zu errichten, wo derzeit 24 Jungen und Mädchen vom Kleinkindalter bis zu 18 Jahren leben. Der Verein hat die Trägerschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt übernommen. Es wurde eine Leiterin eingestellt, drei Erzieher, die sich um alle praktischen Belange und das Haus kümmern, eine Köchin und eine Putzfrau. Natürlich wird auch die Krankenversicherung und der Schulbesuch gewährleistet. Zudem gibt es Sozialarbeiterinnen und auch psychologische Betreuung. „Da aber die Kinder ab dem zwölften Lebensjahr nach Geschlechtern getrennt werden müssen, brauchten wir dringend ein zweites Gebäude, wo die größeren Jungs untergebracht werden konnten“, erklärte Giardino. So war es ein Glücksfall, dass Sternstunden e.V., eine Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, den Verein mit 50.000 Euro unterstützte. „Wir finanzieren die Projekte nur aus Spenden von Gönnern und das neue Gebäude wäre damit nicht möglich gewesen.“ So steht nun aber nach nur zwei Monaten Bauzeit ein zweites Haus auf dem Grundstück des Kinderheims, fröhlich gelb und blau gestrichen.

Zudem hat der Verein bis heute rund 110 Patenschaften vermittelt, die dafür sorgen, dass bedürftige Kinder eine Schule besuchen können, krankenversichert sind und die Familien mit Schulmaterial, Spielsachen oder Kleidung versorgt werden. Die beiden Oberhachinger Doris und Fred Blöbaum haben bereits kurz nach Vereinsgründung eine Patenschaft für ein Kind übernommen. „Damals war Irving erst zwei Jahre, nun ist er 18 Jahre, hat Abitur gemacht und plant Ingenieurswesen zu studieren“, freute sich das Ehepaar. Als sie Irving vor drei Jahren bei seiner alleinerziehenden Mutter besuchten, waren sie schockiert, in welch bitterarmen Verhältnissen die Familie in einer Blechhütte, aufgeteilt in Wohn- und Schlafraum, getrennt nur durch ein Laken, lebt. „Trotzdem sind wir herzlich aufgenommen worden, die Nachbarn kamen vorbei und sie haben alles geteilt, was sie hatten.“ Nachdem Irving nun sein Studium starten kann, hat das Ehepaar die Patenschaft von Irvings kleinem Bruder, dem fünfjährigen Duali übernommen. „Über WhatsApp bin ich in Kontakt mit der Mutter, es ist einfach schön, öfter voneinander zu hören“, berichtete Doris Blöbaum. Im nächsten Januar werden beide in die Karibik fliegen und Duali besuchen. „Natürlich werden wir auch kleine Geschenke mitbringen“, freuen sie sich. „Uns ist der persönliche Kontakt der Menschen aus Deutschland und der Dominikanischen Republik sehr wichtig“, betonte Giardino.

Text und Foto: Birgit Davies
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