Betreuungszeit: Eltern müssen sich festlegen

Feste Betreuungszeiten gefordert

Eltern, die ihr Kind in einer gemeindlichen Einrichtung betreuen lassen, müssen in Zukunft die Betreuungszeit für den Nachwuchs für das gesamte Betreuungsjahr festlegen. Bisher war es möglich, die Buchungszeiten auch innerhalb des Jahres mehrfach zu ändern.

Wie die Verwaltung den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses berichtete, wurde dadurch „Kreativbuchungen“ von Eltern Vorschub geleistet. Eltern verringerten die Betreuungszeiten für ihr Kind schon im Juli oder August, um Gebühren zu sparen. Doch diese sind pauschal auf zwölf Monate verteilt und das Personal wird entsprechend gestellt. Das Gleiche galt auch für die sogenannte „Eingewöhnungsphase“, wenn ein Kind zu Beginn in der Krippe oder im Kindergarten nur eine geringe Stundenzahl verbringt. Eltern waren nicht gewillt, den vollen Betrag zu entrichten, und buchten eine entsprechend geringe Betreuungszeit. Doch wie Nadine Felsner von der Verwaltung betonte, ist gerade dies die betreuungsintensivste Zeit und benötigt entsprechend viel Personal.

Es entstand ein jährliches Defizit von rund 60.000 Euro. „Um dieses zu senken, müssen entweder die Gebühren um 30 Prozent erhöht oder die ,Schlupflöcher‘ gestopft werden“, erklärte Hauptamtsleiter Wilhelm Schmidt. Das Gremium entschied sich einstimmig, statt einer pauschalen Erhöhung der Kosten die Satzung über den Besuch der Kindertageseinrichtungen zu modifizieren.

So müssen sich ab September dieses Jahres die Eltern auf eine Buchungszeit festlegen, die dann das ganze Jahr gilt. Auf diese Weise kann die Gemeinde den Personaleinsatz besser steuern. Umbuchungen sind nur noch einmal im Jahr möglich, wodurch der Verwaltungsaufwand reduziert wird. Außerdem sind während der Eingewöhnungsphase keine Niedrigbuchungen mehr möglich. Voraussichtlich kann die Gemeinde mit diesen Maßnahmen das Defizit auf 50.000 Euro senken.

Text und Foto: Birgit Davies
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