Nachhaltige Entwicklungshilfe

Bildung für Kinder in Mali

Bereits zum fünften Mal reiste Jens Nonnenmacher im Februar nach Mali. Der 42-jährige Oberbiberger ist seit 2008 aktiv beim Verein „Sterntaler für Afrika e.V.“, der sich für Entwicklungsprojekte in dem westafrikanischen Land einsetzt, das zu den 15 ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt gehört. „Für uns ist es kaum vorstellbar, dass die Menschen vor allem in den ländlichen Regionen ohne fließendes Wasser oder Strom leben“, berichtete er.

Der Verein bemüht sich bei seinen Projekten vor allem um Nachhaltigkeit. „Das ist besonders wichtig, denn schließlich soll es um Hilfe zur Selbsthilfe gehen, damit langfristig die Tatkraft für die Zukunft gestärkt wird und das Selbstbewusstsein der Malier wachsen kann“, betonte Nonnenmacher. Mittlerweile konnten drei Schulen auf dem Land eröffnet werden und seit 2011 gibt es eine Berufsschule in Kalaban Coro, einem Vorort der Hauptstadt Bamako, wo Jugendlichen durch eine qualifizierte Ausbildung zum Sekretär, Buchhalter, Schlosser und Schreiner bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Sterntaler für Afrika e.V. hat 2013 einen Spendencontainer mit 4,5 Tonnen Werkzeug, Maschinen und Computern nach Mali geschickt, um die Schule entsprechend auszustatten.

Die letzte Reise diente hauptsächlich dazu, sich die Entwicklung aller Projekte anzusehen, Probleme und Schwierigkeiten herauszufinden, um gezielt weiter in diesem Bereichen unterstützen zu können.

 „Hatten Sie Befürchtungen aufgrund der gefährlichen politischen Lage?“

„Nun, eigentlich wollte ich schon letztes Jahr hin, aber nach dem Anschlag in der Hauptstadt habe ich die Reise verschoben. Mittlerweile sind die UN-Blauhelme vertreten, es gab keine weiteren Anschläge in Bamako und das Kriegsgeschehen spielt sich nach wie vor im Norden ab.“

 „Und wie steht es um die Schulen?“

„Die Verantwortlichen haben sorgfältige Berichte erstellt, zwar handgeschrieben, aber von der Verwaltung im nächstgrößeren Dorf mit Stempel versehen. Man spürt, dass die Menschen die Projekte als echte Chance sehen und versuchen, die Möglichkeiten auszuschöpfen. Vor allem zeigte es sich, dass nicht genügend Lehrmittel vorhanden sind. Manchmal gibt es nur ein Buch, das der Lehrer hat; die Kinder schreiben auf Schiefertafeln mit. Es gibt auch nur vier Latrinen für ca. 300 Schüler und die Lehrer. Zudem ist es schwierig, genügend Lehrer zu finden, da die Bezahlung gering ist. Da muss es gelingen, bessere Anreize zu schaffen."

 „Wie sehen die Schülerzahlen aus?“

„Die Schulen sind eher zu gut besucht. In Koro Sobala wurde letztes Jahr im November die Grundschule mit 125 Schülern eröffnet, nun sind es schon 196 Kinder. Daher müssen gerade bei den Jüngeren Klassen zusammengefasst werden.“

Text: Birgit Davies; Foto: Jens Nonnenmacher
Abdruck nicht honorarfrei