Demenz-WG eröffnet zum Jahreswechsel

Demenz-WG eröffnet zum Jahreswechsel

Voraussichtlich zum Jahreswechsel kann die Demenz-WG, die derzeit im Rahmen des Einheimischenprojekts an der Kybergstraße errichtet wird, eröffnet werden. Bereits jetzt gibt es zwölf Voranmeldungen für die neun Plätze, die dort zur Verfügung stehen werden.

Insgesamt entstehen auf dem Areal drei Häuser mit Mietwohnungen für Einheimische sowie das Gebäude, in dem neben der Demenz-WG die Nachbarschaftshilfe neue Räume bezieht und sechs kleinere Mietwohnungen errichtet werden. Alle nötigen Anteile für das Projekt bei der MARO Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen eG sind seit über einem Jahr gezeichnet und auch die Kooperationsvereinbarung mit der Alzheimer Gesellschaft Landkreis München e.V. wurde nun unterschrieben.

„Oberhaching war ein Vorreiter für das Projekt, also für eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, bei der die Angehörigen über Pflegepersonal, Betreuung und Gestaltung des Alltags entscheiden“, meinte Martin Okrslar, Vorstand bei MARO. „Im Vordergrund steht das gemeinschaftliche Leben, bei dem sich die Angehörigen aktiv in jeder Form beteiligen können, und nicht die Pflege.“

Mittlerweile sind in Ottobrunn zwei WGs dieser Art in Betrieb und in Unterhaching ist eine weitere geplant. Im Herbst wird es einen Informationsabend in Oberhaching geben. „Anschließend startet die externe Moderation, bei der die Angehörigen unter anderem über die rechtliche Situation aufgeklärt werden und die Auswahl von Pflegedienst und -betreuung stattfindet“, berichtete Jürgen Hoerner, Vorstand der Alzheimner Gesellschaft Landkreis München. Auf Wunsch kümmert sich die Alzheimer Gesellschaft um die Ausbildung der Mitarbeiter, Betreuungsleistungen ehrenamtlicher Helfer und die Schulung der Angehörigen auf Grundlage des bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes. Diese externe Moderation läuft zwei Jahre und wird vom Ministerium für Pflege und Gesundheit gefördert. Wenn gewünscht, übernimmt die Alzheimer Gesellschaft darüber hinaus eine „Patenschaft“ und bleibt beratend tätig.

Oberhachinger haben bei der Belegung der WG Vorrang, da entsprechende Vereinbarungen mit der Gemeinde getroffen wurden, die sich über eine günstige Vergabe des Grundstücks engagiert hat. „Vorwiegend werden auch Bürger aus Oberhaching einziehen, was sinnvoll ist, da die Angehörigen dann ganz in der Nähe sind und sich leichter einbringen können“, erklärte Inge Schmidt-Winkler vom MARO-Vorstand. Aber auch Eltern mit Demenz, die aus einer anderen Gemeinde kommen, deren Kinder aber am Ort leben, werden als Oberhachinger betrachtet und erhalten leichter einen Platz. „Die Menschen können bis zu ihrem Lebensende in der WG bleiben, da dort auch Palliativversorgung möglich sein wird.“

Text und Foto: Birgit Davies
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