Veeh-Harfen-Gruppen auf Erfolgskurs

Veeh-Harfen-Gruppen auf Erfolgskurs

„Eine so tolle Resonanz haben wir überhaupt nicht erwartet“, freuen sich Sabine Schmitt, die Leiterin der Oberhachinger Musikschule, und Sabine Mühlbauer, Leiterin der Nachbarschaftshilfe.

Seit im Frühsommer letzten Jahres eine Veeh-Harfen-Gruppe aus Höhenkirchen in der Seniorenresidenz Oberhaching aufgetreten ist und anschließend den begeisterten Zuhörern die Möglichkeit gab, die Instrumente gleich einmal selbst auszuprobieren, haben sich innerhalb weniger Monate drei Gruppen zusammengefunden. So ist es mittlerweile dienstagvormittags richtig betriebsam in den Räumen der Musikschule, wo Lehrerin Eva Rabac unterrichtet. „Auf der Veeh-Harfe zu spielen ist recht leicht zu lernen, da man keine Noten braucht und so kann man sich schnell über kleine Erfolge freuen“, berichtete Rabac.

Entwickelt wurde das Instrument von Landwirt Hermann Veeh, der für seinen behinderten Sohn eine Möglichkeit suchte, allein oder mit anderen zu musizieren, ohne Noten kennen zu müssen. Auf einem Blatt, das direkt unter die Saiten der Harfe geklemmt wird, ist eine deutliche und einfache Notenschrift zu sehen. Gezeigt wird darauf die Abfolge der Noten und wo man die nächste Saite anschlägt ebenso wie Länge des Tons. Die Veeh-Harfe ist nicht nur bei Kindern, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen beliebt, sondern eröffnet allen, die bisher wenig mit Musik zu tun hatten und dies ändern möchten, einen leichten Zugang.

„So eine Chance suche ich eigentlich schon seit Langem“, freut sich Brigitte Schiml, die eigens aus München zu dem Kurs kommt. Klothilde Schwürzinger meint, dass es guttut, sich auf etwas Neues einzulassen. Dem stimmt auch Brunhilde Ackermann zu, die sich zudem darüber freut, dass man neue Menschen kennenlernt und sich Freundschaften entwickeln können. „Wir nehmen die Sache auch selbst in die Hand und treffen uns zum Üben beispielsweise im St.-Rita-Altenheim“, berichtete Ruth Frimmer. „Dabei kommen eigentlich immer Bewohner dazu, die gerne auch mitsingen, wenn wir Volkslieder spielen.“ Frimmer war beim Konzert im letzten Jahr so begeistert, dass sie sofort bei der ersten Gruppe mittmachte.

Mittlerweile treten die Veeh-Harfen-Spielerinnen schon bei kleinen Veranstaltungen im Ort auf. „Vielleicht können wir in der Zukunft sogar ein Orchester bilden“, wünscht sich Schmitt. Die Musikschule besitzt derzeit sieben Veeh-Harfen, die Nachbarschaftshilfe hat eine gekauft ebenso wie das Altenheim St. Rita.

Text und Foto: Birgit Davies
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