Schönstes Kaltblut Deutschlands

Florian Schelle mit Sieger Salieri

Das schönste Süddeutsche Kaltblut ganz Deutschlands lebt in einem Stall in Oberhaching. Bei der „Grünen Woche“ in Berlin überzeugte der achtjährige Hengst „Salieri“ die Jury und wurde zum schönsten Tier seiner Rasse gewählt. Bewertet wurden neben dem Erscheinungsbild, die Proportionen, die Beine, die Korrektheit des Gangs sowie die Bewegung in Schritt und Trab.

Familie Schelle freut sich sehr, dass der Sieger aus ihrem Stall kommt. Erworben haben sie den Hengst am Rosenmontag 2012. „Wir sahen sofort, dass er großes Potenzial hat und haben das entsprechend gefördert“, berichtete der 33-jährige Landwirt Florian Schelle jun.

Bereits beim Zentralen Landwirtschaftsfest während des Oktoberfests letzten Jahres wurde Salieri Bayernsieger. „Nun gibt es nichts mehr, was er noch gewinnen könnte“, meinte Schelle stolz.

Insgesamt 20 Pferde stehen im Stall der Familie Schelle. „Das bedeutet natürlich viel Arbeit, aber macht auch viel Freude.“ Die Tiere werden nicht mehr zur Arbeit in der Landwirtschaft eingesetzt, wie das noch bis in die 50er-Jahre üblich war. „Aber man muss natürlich mit ihnen arbeiten, damit sie körperlich und auch im Kopf fit bleiben“, erklärte der Landwirt. Und beim traditionellen Wiesn-Einzug sind die prachtvollen Pferde im Festzug immer dabei.

Stets gehörten Pferde zum Schelle-Hof. Der Großvater nutzte die Tiere noch zur Unterstützung in der Landwirtschaft. Doch in den 60er-Jahren wurde das letzte Tier verkauft. Florian Schelle sen. erinnert sich, wie traurig er damals als Junge war, als „Brauner“ den Hof verließ. „Typisch Kind, wollte ich ihm noch eine Freude machen und habe ihm reichlich Zucker gegeben, zum Glück ist dabei nichts passiert“, schmunzelte er. Doch schon wenige Jahre später, nachdem er den Hof übernommen hatte, kaufte er wieder ein Pferd. „Aber nicht zum Arbeiten, sondern zum Reiten.“ 1982 begann er dann mit der Stute „Elisabeth“ die Zucht Süddeutscher Kaltblüter.

Und die Liebe zu der alten Rasse gab er direkt weiter an seine Söhne Florian und Franz, die nun mit Salieri die höchste Auszeichnung gewonnen haben. Die Aufstallung in der Berliner Messehalle war nach Meinung der Brüder toll organisiert und sie waren sehr zufrieden mit der Unterbringung. „Letztlich liegt es dann am Pferd, und Salieri spürt einfach was man von ihm will und hat das entsprechende Auftreten.“ Der Sieger darf nun aber nicht mehr im Wettbewerb antreten. „Wir werden sehen, ob 2020 beim nächsten Zentralen Landwirtschaftsfest wieder eines von unseren Pferden dabei ist, das den Ansprüchen genügt.“

Text und Foto: Birgit Davies
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