Familienstützpunkt in St. Bartholomäus eröffnet

Familienstützpunkt eröffnet

„Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf“, zitierte Bürgermeister Stefan Schelle ein afrikanisches Sprichwort bei der Eröffnung des ersten Familienstützpunkts im Landkreis, der im Familienzentrum St. Bartholomäus seine Heimat gefunden hat.

Wie Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg bei der Segnung betonte, bildet die Familie die Keimzelle der Gesellschaft und sorgt für deren Stabilität. „Es ist eine große Herausforderung in der heutigen Zeit, Familienleben zu gestalten“, meinte er und betrachtete den Familienstützpunkt als Möglichkeit für Unterstützung und Hilfe, gerade wenn der gemeinsame Weg an einem schwierigen Punkt angelangt ist.

Einstimmig hat sich der Kreistag für die Einrichtung weiterer sechs Stützpunkte im Landkreis entschieden, die noch im Frühjahr folgen werden. „Es ist ein wichtiges Signal für die Menschen, dass Familie wertgeschätzt wird“, betonte Landrat Christoph Göbel in seiner Ansprache. Es sollen Anlaufstellen entstehen, an die sich Familien, wenn sie Hilfe und Rat brauchen, vertrauensvoll wenden können. Gleichzeitig sollen dort Menschen einfach zusammenkommen, sich weiterbilden und austauschen. Der Familienstützpunkt will Familie nicht ersetzen, sondern unterstützen, da es in der globalisierten Welt oft keine Großfamilie mehr gibt, die ein gutes Netzwerk bietet. „Es wird gewünscht, dass Familien wirtschaftsgerecht sind, doch es muss so sein, dass die Arbeitswelt familiengerecht ist“, sagte Schelle.

Gemeinschaft und Hilfe praktisch umsetzen wird nun das Team des Familienzentrums. „Die Menschen müssen wissen, dass wir für sie da sind und uns Zeit nehmen, um hinzusehen“, meinte Christiane Sperber, Leiterin des Kinderhauses St. Bartholomäus, das in den Familienstützpunkt integriert ist. Ihre Kollegin Cornelia Gollwitzer, die das bereits seit drei Jahren bestehende Familienzentrum leitet, betont, dass „ein tragfähiges Netzwerk entstehen soll, auf das man sich verlassen kann“. Dabei geht es um unterschiedliche Lebenssituationen, ob nun die Geburt eines Kindes, Krankheit, Trennung oder Probleme in der Pubertät eines Jugendlichen. Beratend, aber nicht belehrend möchte man zur Seite stehen.

Text und Foto: Birgit Davies
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