Neuer Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr

Feuerwehr im Einsatz für den Nächsten

Auf ein ruhiges Jahr konnte die Oberhachinger Freiwillige Feuerwehr jetzt bei der Jahresversammlung, die traditionell an Heilige Drei Könige im Bürgersaal beim Forstner stattfand, zurückblicken.

Wie Kommandant Helmut Zoppelt berichtete, war der Rückgang auf 91 Einsätze vor allem darauf zurückzuführen, dass man 2016 von größeren Unwettern verschont blieb. Im Gedächtnis blieb vor allem ein Brand während der Bauarbeiten für die neue Sporthalle an der Grundschule Deisenhofen. Ende Juni fing dort nach Schweißarbeiten die Holzfassade Feuer, konnte aber von den Einsatzkräften schnell gelöscht werden. „Langwieriger gestaltete sich anschließend das Auffinden von Glutnestern hinter der Verkleidung“, berichtete Zoppelt. Durch den Brand hat sich die Fertigstellung der Turnhalle um mehrere Monate verzögert (wir berichteten). Besonders tragisch war im Juli der Unfall eines Lkw-Fahrers, der an einer Baustelle in eine vier Meter tiefe Baugrube gestürzt war und erst mit Hilfe eines Baukrans schwer verletzt aus der Grube geborgen werden konnte. Er verstarb im Krankenhaus.

Insgesamt wurde die Feuerwehr zu 24 Bränden oder Brandalarmen gerufen, bot 54 Mal technische Hilfeleistung, sei es, um einen Kranken aus der verschlossenen Wohnung zu holen oder Ölflecken auf der Straße zu beseitigen. Zu den 13 sogenannten „sonstigen Einsätzen“ gehörte auch die Rettung unterschiedlicher Tiere vom Fuchs und Marder, der in einem Schacht gefangen war, bis zum verletzten Turmfalken, entlaufenen Rindern oder verwaisten jungen Eichhörnchen, die in eine Auffangstation gebracht wurden. Zoppelt lobte das große Engagement der Feuerwehrler und hob die aktive Jugend hervor.

Mit 74 Aktiven hat die Feuerwehr Oberhaching derzeit keine Nachwuchssorgen. Wie Kreisbrandrat Josef Vielhuber jedoch meinte, müssen die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis die Situation im Auge behalten, da viele junge Leute nach der Ausbildung in der Feuerwehr wegziehen, da sie an einem anderen Ort einen Arbeitsplatz finden oder studieren. „Das Wohnen ist so teuer, dass die jungen Leute es sich kaum noch leisten können, hier zu bleiben“, sagte er und betonte, dass sich die Gemeinden hier stärker einsetzen sollten, um bezahlbaren Wohnraum gerade für Menschen zu schaffen, die sich konkret für das Wohl der Mitbürger einsetzen. Auch in Oberhaching ist es nach seinen Worten tagsüber nicht einfach, genügend Leute für einen Einsatz zu bekommen, da viele auswärts arbeiten. „Es ist wichtig, Menschen am Ort für die Freiwillige Feuerwehr zu gewinnen und auch die Zusammenarbeit zwischen den Wehren zu intensivieren.“

Bei der anschließenden Wahl des Kommandanten und seines Stellvertreters gab es einen Generationswechsel. Neuer Kommandant ist Andreas Schwankl, der die letzten drei Jahre stellvertretender Kommandant war. Er löst Helmut Zoppelt ab, der 18 Jahre das Amt innehatte. Mit nicht enden wollendem Applaus verabschiedeten die Floriansjünger Zoppelt. Kreisbrandinspektor Andreas Englberger betonte, dass „ein Generationswechsel gewählt“ wurde und riet zur engen Zusammenarbeit zwischen Jüngeren und Älteren, um von Erfahrungen profitieren zu können. Schwankl ist 41 Jahre alt und seit 25 Jahren bei der Feuerwehr. Er setzt sich stark für die Jugendarbeit ein. „Dies möchte ich weiter fördern und für genügend Schwung sorgen für das in drei Jahre anstehende 150-jährige Jubiläum.“ Neuer stellvertretender Kommandant ist Karlheinz Strähuber, der seit 2004 aktives Mitglied der Feuerwehr ist. Der 45-jährige Oberhachinger will ebenfalls die Jugendarbeit intensivieren und das Bewusstsein für das Engagement in der Wehr stärken.

Viel Applaus von den Kameraden gab es bei den Ehrungen. So ist Albert Frimmer seit stolzen 75 Jahren Mitglied der Feuerwehr. Der 91-jährige Oberhachinger lässt keine Jahresversammlung aus und freut sich auf den Florianstag, bei dem er offiziell geehrt wird. Bereits 25 Jahre dabei sind neben Andreas Schwankl auch Andreas Handschuher und Johann Kosak. Geehrt wurden Martin Müller für 20 Jahre im Dienst für die Mitbürger und für zehn Jahre Martin Krause, Maximilian Retzer, Michaela Schechinger, Wolfgang Schramm und Thomas Schuster.

Text und Foto: Birgit Davies
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