Keine Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr

Freude über Ehrungen und Beförderungen

„Wir waren entsetzt und fassungslos“, berichtete Karlheinz Strähuber, 2. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaching bei seinem Einsatzbericht den rund 70 Feuerwehrlern, die sich zur traditionellen Jahresversammlung am Heilig-Drei-König-Tag im Bürgersaal versammelt hatten.

Als am 4. März letzten Jahres die jungen Leute des Burschenvereins Oberhaching den zukünftigen Maibaum in den Ort brachten, übernahm die Feuerwehr wie üblich die Verkehrssicherung und Sperrung der Straße, damit der 30 Meter lange Stamm sicher zu seinem Standort gebracht werden konnte. Ein Autofahrer jedoch zeigte sich völlig uneinsichtig, wollte auf keinen Fall warten und fuhr sogar eine Einsatzkraft an, die eine Haltekelle hielt. Da die Polizei vor Ort war, konnte sofort Strafanzeige gestellt werden. Mittlerweile hat sich das Gericht mit der Sache befasst und der Fahrer wurde zu einer Geldstrafe verurteilt und ist nun vorbestraft. „Wir sollten uns nicht den Mut nehmen lassen uns trotz eines solchen Vorfalls für die Sicherheit der Bürger einzusetzen“, betonte Strähuber. Dem schloss sich auch Bürgermeister Stefan Schelle an, der sich für das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehr bedankte. „Es ist wichtig bei so unschönen Ereignissen klar und deutlich zu sein. Die Rechtsprechung geht in Richtung des Ehrenamtes“, meinte er. „Leider findet man in jeder Ortschaft einen solchen Menschen und den haben wir jetzt kennengelernt.“

Insgesamt rückte die Feuerwehr letztes Jahr zu 128 Einsätzen aus, deutlich mehr als im Vorjahr als die Floriansjünger 91 Mal im Einsatz waren. „Das lag vor allem am Wetter“, erklärte der 1. Kommandant Andreas Schwankl. Drei größere Stürme und mehrmals starker Regen sorgten für Bäume, die Straßen blockierten und auf Dächer fielen, ebenso wie überflutete Keller, die ausgepumpt werden mussten. 62 Prozent der Einsätze waren so genannte Technische Hilfeleistungen wie zum Beispiel die Öffnung der Wohnung einer akut erkrankten Person. Aufgrund von Bränden oder Alarm durch Brandmeldeanlagen mussten die Einsatzkräfte 33 Mal ausrücken. Es gab aber auch Einsätze, bei denen geschmunzelt werden konnte, wie die Rettung von neun Entenküken aus einem Lichtschacht. Die Küken wurden anschließend putzmunter zur Entenmutter im nahegelegenen Teich gebracht.

Wie Schwankl zudem berichtete, haben 2017 insgesamt 34 Feuerwehrler an 20 Kursen zur Fortbildung teilgenommen. „Großes Lob für dieses tolle Engagement.“

Mit 73 Aktiven hat die Oberhachinger Wehr keine Nachwuchssorgen. Schwankl freute sich außerdem über zehn Neuaufnahmen: Stefan Windischmann, Atilla Kurtulus, Moritz Hummel, Fowad Azizyor, Stefan von Knoblauch und Alessa Anetzberger wollen dieses Jahr ihre Ausbildung starten. Von anderen Feuerwehren kamen noch Marco Burrafato, Maximilian Neumayr, Yvonne Englberger und Sebastian Steinbichler dazu. „Es ist heute nicht einfach Menschen für die Feuerwehr zu gewinnen, daher freuen wir uns umso mehr“, meinte der 1. Kommandant. Das Interesse für die Tätigkeit bei der Feuerwehr führt Schwankl auch darauf zurück, dass sich die Wehr bei örtlichen Veranstaltungen wie dem Straßenfest oder Christkindlmarkt präsentiert und auf diese Weise im Blickfeld der Menschen bleibt.

Großen Applaus von den Kameraden gab es bei den Ehrungen. So ist Niko Auerhammer 10 Jahre bei der Feuerwehr, Klaus Dexl, der auch Vorstand der Feuerwehr ist, und Wolfgang Huber sind seit 30 Jahren aktiv, Max Müller sogar seit 40 Jahren.

 

Text und Foto: Birgit Davies

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