Jetzt wird geschepst und gehobelt

Die Arbeit am Maibaum kann beginnen

Ein prächtig geschmücktes Pferdegespann zog Anfang März den zukünftigen Deisenhofener Maibaum aus dem Forst zum Schelle-Hof, wo der rund 35 Meter lange Stamm in den nächsten Wochen bis zum Maifest zum schmucken Maibaum wird. Rittlings saßen die Maibaumburschen auf dem Stamm, begleitet von zünftiger Blasmusik der Blaskapelle Deisenhofen.

Um dem Stamm ein optimales Maß zu geben, wird er zunächst geschepst, also entrindet, und glatt gehobelt. Anschließend wird der Baum zweimal weiß grundiert, dann geschnürt und entlang der Schnürung blau geringelt. Das bedeutet jede Menge Arbeit, aber auch viel Spaß für die Burschen und Madeln.

Jeden Abend ist Wachdienst angesagt, damit der Maibaum nicht „geklaut“ wird. Tagsüber übernehmen die Bürger traditionsgemäß selbst die Wache. Wer also „Diebe“ entdeckt, die den Baum klauen wollen, kann als Oberhachinger einfach die Hand auf den Stamm legen und sagen „Der Baum bleibt hier!“, dann muss der Maibaum zurückgebracht werden.

Besondere Wachen sind am 16. März und 6. April die Madl-Wachen, am 29. März die Musiker-Wache, am 13. April die Altburschen-Wache und am 20. April die Feuerwehr-Wache. „Gäste sind herzlich willkommen“, meinten Maikönig Maximilian Schwarz und seine Königin Ursula Dexl. Außerdem sind die 24 Maitanz-Paare fleißig beim Einüben der Brauchtumstänze wie Kronentanz oder Mühlradl.

Am Dienstag, 30. April ist es soweit und der Maibaum wird um die Mittagszeit am Hubertusplatz händisch mit Scherstangen in Position gebracht. Am 1. Mai ist dann der traditionelle Maitanz rund um das „Prachtstangerl“ und anschließend ein großes Fest im nebenan gelegenen Gasthof Weißbräu.

 

Text und Foto: Birgit Davies

Abdruck nicht honorarfrei