Hohe Stundenzahl durch zeitintensive Einsätze

 Vorbildlicher Einsatz für die Nächsten

An einen spektakulären Einsatz im Oktober letzten Jahres, bei dem ein 100 Tonnen schwerer Kran in einem Wohngebiet in erhebliche Schieflage geriet, erinnerte Karlheinz Strähuber, 2. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaching, die rund 70 Kameraden bei der Jahresversammlung, die traditionell am Heilig-Drei-König-Tag im Bürgersaal Forstner stattfand.

„Dank der guten und schnellen Zusammenarbeit mit Kameraden von der Berufsfeuerwehr München und der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen konnten wir verhindern, dass der Autokran umfiel“, meinte er. Besonders aufwendig war nicht nur die großräumige Absicherung, die aufgrund des Drehradius des Krans nötig war, sondern auch die Evakuierung der umliegenden Bewohner, die zum Teil bei Nachbarn unterkommen konnten, oder aber im Gerätehaus der Feuerwehr Platz fanden. „Nach der Sicherung des Krans konnten alle wieder zurück in ihre Häuser.“

Insgesamt rückte die Feuerwehr 2018 zu 133 Einsätzen aus, davon 35 Brände und Brandmeldealarme, 84 Technische Hilfeleistungen wie die Beseitigung von Ölspuren oder auch die Rettung von Tieren, die in Not geraten waren, wie ein junger Vogel, der aus einem Fallrohr befreit wurde. Erster Kommandant Andreas Schwankl erklärte, dass diese Zahlen auf gleichem Niveau zum Vorjahr liegen, jedoch die Stundenzahl während der Einsätze zugenommen hat, da diese manchmal sehr aufwendig waren.

Beispiel dafür ist der Brand einer Garage in einem Wohngebiet im September. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand ein brennendes Auto auf der Straße, das der Bewohner des Hauses noch aus der in Flammen stehenden Garage gefahren hat. Das Feuer drohte auf das Dach des Wohnhauses über zu greifen. Die Feuerwehrler löschten zunächst den Brand der Garage und kümmerten sich anschließend um Glutnester im Dach des Hauses. „Besonders positiv war die gute Nachbarschaft der Anwohner, die sofort die Geschädigten aufnahmen“, meinte Schwankl.

Er berichtete aber auch, dass in den letzten Jahren manche Arbeitgeber immer weniger Verständnis für die Aktiven bei der Feuerwehr zeigen. „Dabei sollte jeder bedenken, dass auch er in eine Notsituation geraten kann.“

Bürgermeister Stefan Schelle lobte das Engagement der Wehr. „Hier steht Egoismus zurück und gemeinsame Hilfe für den Nächsten im Vordergrund.“

Wie Vorstand Klaus Dexl anschließend erläuterte, laufen die Planungen für das 150-jährige Jubiläum der Feuerwehr im nächsten Jahr bereits auf Hochtouren. Die Festwoche findet vom 20. bis 24. Mai 2020 statt und wird mit einem bunten Programm aufwarten.

Viel Applaus von den Kameraden erhielten Rudi Handschuher, der seit stolzen 30 Jahren bei der Wehr ist, und Andrea Zoppelt für zehn Jahre im Einsatz. Zudem gab es mit Carina Anetzberger, Angelika Lohr und Michael Rangger drei Neuaufnahmen für die Truppe, die insgesamt 73 aktive Feuerwehrler zählt.

 

Text und Fotos: Birgit Davies

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