Finanzierung des Schulcampus noch offen

Am S-Bahnhof Deisenhofen ist der Schulcampus geplant

„Von einer Erweiterung des Zweckverbands um den geplanten Schulcampus profitieren finanziell letztlich alle beteiligten Gemeinden“, meinte nachdrücklich Landrat Christoph Göbel in der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Gymnasium Oberhaching, bei dem neben Oberhaching auch die Gemeinden Taufkirchen Sauerlach und Grünwald Mitglieder sind.

Zwar soll ein Schulcampus mit Realschule und FOS am Deisenhofener Bahnhof entstehen, doch wie dieser finanziert werden soll, ist noch nicht festgelegt.

Mittlerweile zeigen belastbare Prognosen, dass beide Schulen nötig sein werden, da die Schülerzahlen stetig steigen. Zudem werden die umliegenden Schulen durch den neuen Campus entlastet. Zweckverbände, wie der für das Oberhachinger Gymnasium, bieten den Gemeinden, deren Kinder diese Schule besuchen, nicht nur ein Mitspracherecht, sondern regeln auch die finanzielle Beteiligung.

Doch für den geplanten Schulcampus sehen sich nicht alle Gemeinden aus dem Zweckverband in der Pflicht. So lehnte der Taufkirchener Gemeinderat eine Erweiterung des Zweckverbands ab. „Wir sind schon in drei Zweckverbänden Mitglieder, da erfolgte die Ablehnung jetzt aus finanziellen Gründen“, erklärte Taufkirchens Bürgermeister Ullrich Sander. Dazu meinte Stefan Schelle, Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Oberhaching, dass sich der Gemeinderat von Oberhaching einhellig für eine Erweiterung ausgesprochen hat und zudem auch zugesagt hat bei einem Gymnasium in Sauerlach, wenn es denn spruchreif werden würde, Mitglied im Zweckverband zu werden. Nach seinen Worten ermöglicht die Gemeinschaft der Gemeinden Kosten einzusparen, nicht nur beim personellen Aufwand für die Verwaltung, sondern auch beim Bau der Schulen selbst. So können beim Schulcampus Synergieeffekte genutzt werden, sei es bei der gemeinsamen Nutzung der Turnhalle von Realschülern und Fachoberschülern, oder bei den Freiflächen.

Auch Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl begrüßte grundsätzlich eine Erweiterung des Zweckverbands. „Ein breit aufgestelltes Schulangebot kommt den Kindern zugute“, erklärte er. Doch müssen nach seinen Worten zunächst konkrete Zahlen zu den Kosten für die einzelnen Gemeinden stehen.

Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner betonte, dass ihre Gemeinde sich eine Beteiligung bei Kosten von 35 Millionen für die Realschule „nicht leisten kann“.

Schelle sagte, dass die Kosten, umgerechnet auf jede Gemeinde, im Augenblick noch gar nicht bekannt seien. Zudem trägt laut aktuellen Entscheidungen ab jetzt der Landkreis München 70 Prozent der zuweisungsfähigen Baukosten statt bisher 30 Prozent, was wiederum die finanzielle Beteiligung für jede Gemeinde verändert.

Göbel wies außerdem darauf hin, dass ohne die Nutzung von Synergieeffekten in der Bauphase die Kosten für den Landkreis, der den Bau finanziert, steigen würden, was sich wiederum auf die Kreisumlage auswirken würde, die alle Gemeinden betrifft. Er schlug vor, zunächst erst einmal den Antrag auf Genehmigung für die Realschule zu stellen, eine Schätzung der kommunalen Finanzierungsanteile inklusive möglicher Förderungen anzustellen und die baulichen Vorbereitungen für die beiden Schulen nach dem Vorbild des Schulcampus in Haar zu starten. Dem stimmten die Verbandsmitglieder zu. Man hofft bis zur nächsten Sitzung Mitte Mai anhand konkreter Zahlen eine Entscheidung treffen zu können.

 

Text und Foto: Birgit Davies

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